Hinter Mauern und Akten
Die 10. Klassen der Beuditzschule haben am Mittwoch, dem 8.10.2025, eine Exkursion nach Berlin gemacht, um ihr Wissen über das Leben in der DDR-Zeit zu erweitern. Die Exkursion wurde gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung, dem Burgenlandkreis und der Sparkasse. Sie haben an dem Tag das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und das Museum in der ehemaligen Stasizentrale besucht.
Die Besichtigung des Stasi-Gefängnisses begann mit einem Film. Hier erfuhren wir Schüler wichtige Fakten über die Entstehung der beiden deutschen Staaten, die Bedeutung des Ministeriums für Staatssicherheit, über das Leben in der DDR, den Bau der Berliner Mauer und wie die Stasi mit Menschen umgegangen ist, die sich nicht dem System der DDR anpassen wollten bzw. dies kritisierten.
Im Anschluss daran erfolgte die Besichtigung der alten Gefängnisanlage, dem sogenannten U-Boot, in dem die ehemalige sowjetische Besatzungsmacht ihre Gegner einsperrte und das dann später von der Stasi übernommen wurde. Wir waren sehr erschüttert zu sehen, unter welchen unwürdigen Bedingungen die Menschen damals eingesperrt wurden und die Museumsmitarbeiter berichteten uns von einzelnen Schicksalen, die sich in diesem Keller zugetragen hatten.
Danach besichtigten wir den 1961 von der Staatssicherheit eröffneten Neubau. Hier wurde uns detailliert erklärt, welche erniedrigenden Prozeduren ein Gefangener bei seiner Ankunft in Hohenschönhausen erleiden musste und welcher Alltag ihn hier erwartete. Eingekleidet in DDR-blaue Trainingsanzüge und gelb-braun karierte Hausschuhe musste er sich den ganzen Tag unter Beobachtung in seiner Zelle aufhalten. Einen Mitgefangenen bekam er durch ein ausgeklügeltes System die ganze Zeit während seines Aufenthaltes nicht zu Gesicht.
In der oberen Etage befanden sich die Verhörräume der Stasi-Mitarbeiter. Unangenehm war uns schon der Geruch, der hier den Flur beherrschte – eine Mischung aus Desinfektionsmittel und Bohnerwachs. Die Museumsmitarbeiterin erklärte uns, dass dieser Geruch typisch für DDR-Behörden war und auch nicht wegzubekommen sei. In einem dieser kleinen Büroräume wurde uns erklärt, wie Gefangene hier bedroht und vor allem psychisch erniedrigt wurden und teilweise Taten zugegeben haben, die sie gar nicht begangen bzw. von denen sie nicht gewusst hatten, dass sie überhaupt passiert sind.
Am Nachmittag waren wir im ehemaligen Gebäude der Stasizentrale – heute der Campus für Demokratie. Dort wurden wir über die Entstehung der Stasi, deren Arbeit und Bespitzelungsmethoden informiert. Interessant war die Besichtigung des Museums und des Büros des damaligen Ministers für Staatssicherheit, Erich Mielke. In Gruppen aufgeteilt, erkundeten wir das Museum zu verschiedenen Themen, um im Anschluss diese dann unseren Mitschülern zu präsentieren.
Diese Exkursion in die DDR-Geschichte war für uns Schüler interessant, spannend und lehrreich – vor allem Geschichte zum „Erleben“……
Simona Pomirleanu, Klasse 10a
